Künstlersozialabgabe bei GmbH und UG

Hinsichtlich der Künstlersozialabgabe bei GmbH und UG muss man folgende Fälle unterscheiden:

 

1. Zahlungen an eine GmbH/UG

Für Zahlungen an juristische Personen (z.B. GmbH, UG, AG, e.V.) fällt keine Künstlersozialabgabe an.

Laut einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 12. August 2010 gilt dies auch für Zahlungen an eine KG (Kommanditgesellschaft).

Mit Urteil vom 16. Juli 2014 hat das Bundessozialgericht entschieden, dass Zahlungen an eine OHG (Offene Handelsgesellschaft) ebenfalls nicht der Künstlersozialabgabe unterliegen.

Abgabepflichtig sind dagegen Zahlungen an eine GbR oder einen Einzelkaufmann.

Künstlersozialabgabe bei GmbH

 

2. Zahlungen von einer GmbH/UG

Während Zahlungen an eine GmbH oder UG niemals abgabepflichtig sind, kann die GmbH oder UG ihrerseits zur Künstlersozialabgabe verpflichtet sein für

– Zahlungen an selbständige Kreative
– Zahlungen an Gesellschafter-Geschäftsführer, die überwiegend kreativ tätig sind.

Entgeltzahlungen einer GmbH oder UG an ihre Gesellschafter sind abgabepflichtig, wenn

1. der Gesellschafter als Selbständiger anzusehen ist und
2. der Gesellschafter überwiegend kreativ tätig ist.

Beispiel: Eine Werbeagentur (GmbH) hat zwei Gesellschafter-Geschäftsführer. Einer hat die kaufmännische Leitung, der andere ist auch kreativ tätig und hat „das letzte Wort“ bei der Entwicklung von Werbekampagnen. Das an den „kreativen Geschäftsführer“ monatlich von der GmbH gezahlte Gehalt ist abgabepflichtig.

Durch geschickte Vertragsgestaltung kann die Abgabepflicht ggf. verhindert werden.